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Teezeremonie

Ablauf einer kurzen Teegesellschaft          Teegeräte

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Ablauf einer kurzen Teegesellschaft

Einladung und Vorbereitungen

Selbstverständlich beginnt eine Tee-Zusammenkunft mit der Einladung der Gäste. Das passiert Wochen oder Tage vor der eigentlichen Teegesellschaft. Eine Teezeremonie verlangt vom Gastgeber hohen Aufwand und sorgfältige Vorbereitung.


Eintreten der Gäste

Als erstes betreten die Gäste nacheinander den Teeraum durch eine spezielle, niederige Schiebetür, die nur gebückt durchquert werden kann. Das ist Zeichen der Demut und versinnbildlicht das Ablegen aller Standesunterschiede der äußeren Welt: Im Teeraum begegnet man sich nur von Mensch zu Mensch.

Zunächst betrachtet ein Gast die vom Gastgeber dekorierte Bildnische (Tokonoma). Er verneigt sich tief und legt dabei den mitgeführten kleinen Fächer vor sich ab. Das ist ein Zeichen der Bescheidenheit, man zeigt an, dass man nicht mehr Raum beansprucht. Ist eine Bildrolle oder Schriftrolle aufgehängt, betrachtet der Gast sowohl den Inhalt wie auch die Details der Montierung als Rolle. Hat der Gastgeber Blumen arrangiert, werden auch sie aufmerksam angesehen, ehe man sich erneut verbeugt.

Danach betrachtet der Gast die Feuerstelle und den bereits darauf platzierten Wasserkessel.

Erst dann nimmt der Gast seine Position für die Zeremonie ein.


Begrüßung

Erst dann, wenn alle Gäste den Teeraum betreten und ihre Plätze eingenommen haben, öffnet der Gastgeber die Tür zur Vorbereitungsküche. Schweigend bringt er ein Tablett mit Süßigkeiten herein, kniet vor dem ersten Gast nieder und stellt das Tablett zwischen beide.

Nun verbeugen sich beide tief voreinander, der Gastgeber bietet die Süßigkeiten an und begibt sich wieder in den Vorbereitungsraum.

Die Gäste betrachten die sorgsam arrangierten Süßigkeiten auf dem kunstvollen Tablett zunächst nur, sie werden erst später zulangen.

Nun öffnet der Gastgeber die Schiebetür erneut, verbeugt sich tief und kündigt an, eine Schale leichten Tee zuzubereiten.


Hereinbringen der Geräte

Nun bringt der Gastgeber die für die jeweilige Zeremonie benötigten, von ihm eigens ausgewählten Geräte in den Teeraum und platziert sie dort sorgsam:  Ein Frischwassergefäß,  danach die Teeschale mit dem Teelöffel, Teebesen und einem Reinigungstuch sowie die Teedose, schließlich ein Brauchwassergefäß und eine Schöpfkelle mit Ablage.

Wenn alle Geräte vom Gastgeber in einer ästhetischen und funktionalen Weise angeordnet sind, ist ein kurzer Moment des Innehaltens: Man ordnet kurz die Kleidung, kontrolliert die ruhige Atmung, sammelt sich.


Teebereitung und Teegenuss

Erst jetzt beginnt die eigentliche Zubereitung des Tees. Die Teedose und der Teelöffel (die beide mit dem trockenen Teepulver in Berührung kommen) werden mit einem speziell dafür gefalteten Seidentuch vor den Augen der Gäste gereinigt – obwohl sie selbstverständlich bereits vor der Zeremonie penibel gereinigt worden sind.

Sodann wird eine Kelle heißes Wasser in die Teeschale gegeben, die dadurch befeuchtet und vorgewärmt wird. Das Wasser wird ausgegossen, und nun wird auch die Teeschale vor den Augen der Gäste mit einem leuchtend weißen, frischen Leinentuch gereinigt.

Alle diese Bewegungen sollen einfach, natürlich, funktional und mit hoher Konzentration und Aufmerksamkeit ausgeführt werden.

Nun ergreift der Gastgeber den Teelöffel, öffnet die Teedose und füllt etwas von dem Teepulver in die Schale. Ein leises Okashi o dōzo, „Bitte nehmen Sie von den Süßigkeiten“ zeigt dem Gast an, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, sich zu bedienen. Der Nachgeschmack der Süßigkeit und der Geschmack des Tees sollen sich im Mund treffen.

Der Gastgeber gießt unterdessen die angemessene Menge Wasser in die Schale, ergreift den Teebesen und bereitet mit schnellen, konzentierten und geübten Bewegungen den leckeren Teeschaum zu. Dann stellt er die Schale dem Gast hin.

Der Gast holt die Schale auf Knien rutschend, in größeren Teeraumen auch gehend und begiebt sich wieder an seinen Platz. Nach kurzen Worten und Gesten des Dankes trinkt er.

Nach dem Genuß des Tees nimmt er sich die Zeit, die Schale eingehend zu betrachten, ehe er sie dem Gastgeber zurückbringt.

Der Gastgeber spült die Schale nun wieder mit heißem Wassen. Während er dies ausgießt, bittet der Gast, die Zeremonie zu schließen. Sonst wäre ihm ungefragt die nächste Schale serviert worden. Jeder Gast bekommt so lange Tee, wie es ihm beliebt


Beenden der Zeremonie

Der Gastgeber bestätigt kurz, dem Wunsch des Gastes entsprechend die Zeremonie zu beenden. Das bedeutet, dass nun alle Teegeräte erneut gereinigt und in ihre ursprüngliche Position gestellt werden.

Diese Verrichtungen enden damit, dass der Gastgeber den Wasserstand im Kessel wieder ausgleicht, indem er eine Kelle kaltes Wasser zugibt.

Kurz bevor er damit beginnt, die Teegeräte wieder aus dem Teeraum herausutregen, bittet der Gast darum, die Teedose und den Teelöffel eingehender aus der Nähe bertachten zu dürfen. Daraufhin nimmt sich der Gastgeber die Zeit, die Teedose, auf die beim Herausnehmen Teestaub gefallen sein könnte, kurz sauberzuwischen. Dann stellt er Dose und Löffel für den Gast bereit, ehe er die anderen Teegeräte herausträgt und sich dann zurückzieht.

Währenddessen holt der Gast die beiden Teegeräte zu sich heran wie vordem die Teeschale. Deren Betrachtung (Haiken) beginnt aber erst, sobald der Gastgeber die Schiebetür geschlossen hat. Dabei wird zunächst die Teedose betrachtet, aber auch ihr Inhalt, der Tee, wird gewürdigt: der Gastgeber hat ihn nicht einfach hineingeschüttet, sondern mit mit hoher Konzentration zu einem kleinen Berg geformt. An der Seite des Berges klafft eine Schlucht, weil Tee für das Servieren herausgenommen wurde. Beides ist Ausweis der Übung und Aufmerksamkeit des Gastgebers für seine Gäste.

Danach widmet der Gast sein Auge dem Teelöffel, ehe er beide Geräte wieder zurückbringt.


Verabschiedung

Nun betritt der Gastgeber erneut den Raum und läßt sich dem Gast zugewandt nieder. Er beantwortet jetzt Fragen des Gastes, welche Art diese Teedose sei, wer sie lackiert und wer sie bemalt habe. Ebenso, wer den Löffel geschaffen habe und welchen poetischen Namen er trägt.

Danach trägt der Gastgeber auch diese Geräte aus dem Teeraum, kniet im Vorbereitungsraum nieder, verneigt sich tief vor seinen Gästen, was diese erwiedern, und verabschiedet sich.

Die Gäste verlassen den Raum nun so, wie sie ihn betreten haben: Mit kurzer Betrachtung der Bildnische und der Feuerstelle.

Sobald ein Gast den Raum verlassen hat, dreht er sich außen auf dem Trittstein um und blickt noch einmal in den Teeraum, um die Erinnerung zu vertiefen. Der letzte Gast schließt die kleine Schiebetür.

Danach liegt der Teeraum unverändert da, als sei nur der Windhauch einer Kiefer hindurchgegangen.

Damit endet die kurze Schauzeremonie.

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