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Teeraum Shōseian

Frieden kommt aus einer Schale Tee.

Hounsai Daisosho

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Teeräume (Chashitsu) gibt es sowohl als Zimmer in Häusern wie auch als freistehende Gebäude. Teeräume und Teehäuser sind eine Besonderheit der japanischen Baukunst – sie sind begehbare Kunstwerke, Architekten spezialisieren sich auf den Bau von Teeräumen und -häusern, es gibt ganze Bücher nur über ihre Architektur und ihren Bau.

Der Teeraum im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg wurde 1978 anläßlich des 100-jährigen Bestehens des Museums errichtet. Er ist eine großzügige Stiftung der Urasenke Foundation und ihres ehemaligen Großmeisters Hounsai Daisōshō. Die Urasenke-Teeschule ist eng mit dem Museum verbunden. Auf der Basis ihrer Tradition werden regelmässig Teezeremonien im Museum gezeigt.

Aus Ehrerbietung und zum Gedenken an den Ahnherren der Urasenke Tradition, Meister Sen no Rikyu (1521-1591), ist es ein Teehaus im Grashütten-Stil (Sōan).  Es erhielt den Namen Shōseian – „Klause der reinen Kiefern“.

Der Teeraum Shōseian hat das Aussehen einer kleinen japanischen Hütte, die auch in einem Garten, einem Park oder freier Landschaft stehen könnte – mit dem einzigen Unterschied, dass zwei Wände herausgenommen sind, so dass man sehen kann, was innen auf den traditionellen Strohmatten (Tatami) geschieht.

Für den Bau wählte man Naturmaterialien aus Japan: Grob bearbeitete Pfeiler aus Zedernholz tragen ein Dach mit eingezogenem Giebel. Das Dach selbst besteht aus schlichten Stützbalken und ist mit Schindeln aus Zedernholz gedeckt. Von zwei Seiten bleibt der Blick frei in das Innere des mit drei Tatamimatten ausgelegten Raumes.

An der Rückwand befindet sich auf der linken Seite die sogenannte Bildnische (Tokonoma), die gegenüber dem restlichen Raum leicht erhöht ist. Sie ist ein Ehrenplatz und wird nie betreten. In diese Nische hängt der Gastgeber vor Eintreffen der Gäste eine Kalligraphie oder ein Rollbild und drapiert dort ein Gesteck aus frischen Blumen in einer Vase (Chabana, Teeblumen, eine besonders minimalistische Form des Ikebana). Die Dekoration der Bildnische ist ein Willkommensgruß an die Gäste.

Mittelpunkt des Raumes ist die in den Boden eingelassene Feuerstelle für den Wasserkessel, die nur im Winter verwendet wird. Im Sommer bedient sich der Gastgeber eines tragbaren Feuerbeckens. Über dem Platz des Gastgebers (rechts) ist die Decke niedriger gehalten und mit Schilf bedeckt, während sie ansonsten mit Brettern verkleidet ist.

Bambus, Reisstroh, Zedernholz, Schilf und das Holz der roten Kiefer sind die Werkstoffe dieser Klause. Manche sind nur grob bearbeitet und zeigen ihre ursprüngliche Form, andere sind stark bearbeitet für ihren rein funktionalen Verwendungszweck. Alle sind an ihrer Oberfläche unbehandelt und zeigen ihre natürliche Farbe.

Das Augenmerk ist dadurch auf das Notwendige gerichtet, so entsteht ein Ort von grosser Schlichtheit, Natürlichkeit und Klarheit. Das harmonische Farbenspiel der Naturtöne beruhigt die Sinne und lädt zum Verweilen ein. Es ist ein Ort der Ruhe und Sammlung zugleich, bereit für die Begegnung. Es ist diese Begegnung, die in der Teezeremonie zelebriert wird.

Vor jeder Benutzung wird der Teeraum penibel gereinigt. Deswegen wird er stets ohne Schuhe und in speziellen, weißen Socken betreten. Vor dem Teeraum ist ein Trittstein aufgestellt. Auf diesem ziehen die Gäste ihre Sandalen aus und lassen sie außerhalb des Teeraumes.

Betreten wird der Teeraum durch eine kleine, nur 70 mal 70 Zentimeter große Schiebetür (Nijiriguchi, sie fehlt im Hamburger Teeraum zu Gunsten des freien Blickes der Gäste). Wer eintritt, tut dies in gebückter Haltung. Das drückt aus, dass im Teeraum alle Menschen gleich sind, dass es unter den Teilnehmern einer Teezeremonie keinerlei Standesunterschiede gibt – man begegnet einander nur von Mensch zu Mensch.

Hinter dem Teeraum (für Zuschauer nicht zu sehen) ist die Vorbereitungsküche (Mizuya), in der der Gastgeber die Geräte für die Zeremonie vorbereitet. Von dort betritt der Gastgeber den Teeraum durch die papierbespannte Schiebetür rechts.

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